DIY Disclaimer

Auf dieser Website geht es um DIY-Lösungen. DIY steht für Do-it-yourself und bedeutet, dass sich jeder für seinen persönlichen Diabetes, seinen persönlichen künstlichen Pankreas selber macht. Zum einen ist das ein Vorteil, weil man die Komponenten besser kennenlernt, ihnen leichter vertraut und Probleme besser verstehen kann. Zum anderen ist es eine Notwendigkeit, denn jegliches Angebot einer fertigen Lösung müsste zuallererst zugelassen werden. Und das kostet viel Zeit und Geld, komplexe Haftungsfragen müssen vollumfänglich geklärt werden. Für die eigene Loop ist man hingegen selber verantwortlich. Daher: beschäftigt euch bitte genügend damit!

Vorwissen

Absolute Grundvoraussetzung ist es, sich mit seinem Diabetes auszukennen. Loops ersetzen leider keine vollautomatische menschliche Bauchspeicheldrüße, sondern übernehmen nur einen Teil der täglichen Therapieentscheidungen, auf Basis der selben Informationen, die auch für eine normale (Pumpen-)Therapie notwendig sind, wie Basalrate, Wirkdauer des Insulins, Insulin-Kohlenhydrat-Verhältnis und Korrekturfaktor (Insulinsensitivität).

Je nach Loop-System führt man unterschiedliche, aber oft sehr technische Abläufe aus. Man beschäftigt sich mit Linux auf Minicomputern, oder erstellt eine App für Android oder für iOS. Das kann sehr viel Zeit und Geduld beanspruchen. Auf alle Fälle solltet ihr bereit sein viel zu lesen, aber ihr müsst keine Angst davor haben, wenn ihr euch mit den einzelnen Schritten noch nie beschäftigt habt. Es existieren sehr ausführliche Anleitungen und in verschiedenen Online-Gruppen bekommt ihr Tipps von vielen hilfsbereiten Menschen. Vorerfahrungen im Programmieren oder Elektrotechnik sind nicht nötig, gelötet werden muss auch nichts (darf aber).

Medizinische Geräte

Closed Loop

Für das große Ziel, die closed Loop, benötigt ihr zuallererst eine kompatible Pumpe und ein kompatibles CGMS. Idealerweise bekommt ihr beide Geräte und das teure Verbrauchsmaterial sowieso schon von der Krankenkasse bezahlt, oder man lässt sich beim nächsten möglichen Wechsel ein passendes Modell verschreiben. Manche System erfordern Pumpen die nur gebraucht zu bekommen sind, oder welche die schon lange auf dem Markt sind. Diese sind teilweise günstig zu bekommen (aber wegen der Möglichkeit zu loopen werden viele auch überteuert weiterverkauft). Teuer ist dann in jedem Fall aber die Versogung mit passenden Kathetern und Insulin, wenn das nicht über eine andere verschriebene Pumpe abgedeckt werden kann.
Die günstigste Variante für ein CGMS ist das eigentliche FGMS Freestyle Libre, das sich mit zusätzlicher Hardware in ein CGM verwandeln lässt. Nicht nur sind die Sensoren billiger, auch übernehmen die Krankenkassen deutlich bereitwilliger die Kosten hierfür, meist ohne Umweg über den medizinischen Dienst. Leider aber auch manchmal zu Ungusten eines echten CGM.

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Open Loop

Trotz des tollen Namens ist der praktische Nutzen einer open Loop eher gering, und als Dauerlösung viel zu umständlich. Mit einem passenden CGMS kann man damit aber die Funktionsweise des Loopsystems sehr gut kennenlernen. Aufgrund der gelieferten Daten bekommt man die Vorschläge angezeigt, die ein closed Loop System in der jeweiligen Situation machen würde. Wenn man möchte, kann man diese manuell auf der nicht-verbundenen Pumpe ausführen und die Reaktion verfolgen. Darum ist z.B. bei AndroidAPS auch nach Installation Voraussetzung, dass man eine Weile im open Loop Modus verbringt, bevor man in den closed Loop Modus wechseln darf.

Loop-Hardware

Die benötigte zusätzliche Hard- und Software richtet sich danach, für welches Artificial Pancreas System man sich aufgrund der vorhandenen Pumpe und CGMS entschieden hat.

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